
Kurzbeschreibung:
Ihr habt eine Menge Zeitschriften, die im Bücherregal einzeln nie so richtig stehenbleiben?
Ihr braucht ein neues Sippentagebuch, das nicht gewöhnlich sein soll?
Ihr wollt ein selbst geschriebenes Buch verschenken?
Aber wie werden Bücher überhaupt gemacht und kann man das auch selber machen?
Ja klar, und hier seht ihr wie ihr zu euren ganz persönlichen Buch kommt.
Viel Spaß beim Ausprobieren...
Dauer: ca. 90 min.
Alter: egal
Gruppengröße: Eine Sippe
Ort: drinnen
Material:
- 2 Stücke Dachlatte (je 35 cm lang)
- Schraubzwingen (mindestens 2)
- Meterstab und Geodreieck
- Laubsäge
- Säge (z.B. Fuchsschwanz)
- Hammer
- Schere
- Bastelmesser
- Stahllineal zum entlang schneiden
- Schneideunterlage
- Papierleim
- Kleber
- Pinsel
Was Ihr sonst noch braucht für ein Buch in DIN A4:
- Zwirn
- feste Pappe für die Deckel (am besten Graupappe 1 bis 2 mm dick)
- für den Rücken Streifen Tonpapier, der ca. 10 cm breiter sein sollte als die Dicke des Buches
- Kordel aus Naturfaser (min. 1,50 m)
- 1 m Dachlatte für die Heftlade (zusätzlich zu den zwei Stück von oben)
- 18 Nägel (60 mm lang) für eine Heftlade
- 1 Bogen Papier (ca. 160 g/m 2 ) ca. DIN A2 für den Einband
- bei Bedarf Stoff oder buntes Papier zum Einbinden
- 2 Seiten Papier DIN A3 (ca. 120 g/m 2 )
Für ein Buch in einem anderen Format müsst ihr das Material entsprechend anpassen.
Durchführung:
Entweder ihr bindet eure Schreibhefte zu einem Buch oder ihr macht ein Buch mit leeren Seiten, das ihr dann als Sippentagebuch, Liederbuch, Kochbuch- oder was euch sonst kreatives einfällt- verwenden könnt. Wollt ihr Schreibhefte binden, dann müssen zuallererst die Heftklammern raus. Für ein leeres Buch faltet Ihr je fünf Blätter (DIN A3) zu einem Heft. Ihr könnt so viele Hefte zu einem Buch zusammenbinden, wie ihr wollt. Aber macht euer Buch nicht dicker als 2 bis 3 cm – der Stabilität wegen.
Ein Buch besteht aus dem Buchblock und dem Einband.

- Bild 1
Der Buchblock
Wenn ihr nun alle fertigen Hefte aufeinanderlegt, habt ihr die Rohform Eures Buchblocks. Als Nächstes müssen die Löcher zum Nähen in die Hefte. Dazu legt ihr oben und unten je ein Stück Dachlatte auf den Block und fixiert das ganze mit zwei Schraubzwingen, und zwar so, dass die einzelnen Hefte genau aufeinander liegen und die gefalteten Kanten etwa 5 mm überstehen.
Nun markiert ihr mit dem Bleistift entlang der gefalteten Kante die Stellen an denen die Löcher liegen sollen. In Bild 2 sind die ungefähren Abstände zwischen den Löchern zu sehen. An den Markierungen sägt ihr mit der Laubsäge so tief in den Buchblock, dass auch die innerste Seite einen kleinen Einschnitt hat (Bild 3). Wer die Dachlatte ansägt, hat zu weit gesägt.

- Bild 2 ; Bild 3
Im nächsten Schritt müssen die einzelnen Hefte zusammengenäht werden. Um das Nähen zu erleichtern benötigt ihr eine sogenannte Heftlade.
Die Heftlade
Der eine Meter Dachlatte muss nun in 5 Stücke (2 x 10 cm und 2 x 40 cm) zersägt werden. Diese nagelt ihr wie in Bild 4 zusammen.
Bild 4

- Bild 4
Die Nägel an der unteren und der oberen Leiste schlagt ihr im gleichen Abstand wie die Einschnitte an den Heften ein. Für die beiden äußersten Einschnitte wird kein Nagel benötigt. Zwischen den Nägeln an der Heftlade spannt ihr die Kordel. Knotet die Kordel so an die Nägel, daß ihr sie wieder leicht los machen könnt, da die Enden der Kordel später noch weiter verwendet werden müssen. Die Kordelenden sollten etwa 5 cm oben und unten überstehen.
Nähen des Buchblocks
Das erste Heft legt ihr an die Kordeln und führt durch den äußersten Einschnitt den Faden von außen in das Heft, durch die nächste Öffnung nach außen, um die erste Kordel herum und durch das gleiche Loch wieder nach innen (Bild 5). So geht’s weiter, bis ihr am anderen Ende des Heftes angekommen seid. Jetzt das zweite Heft drauflegen und nach dem gleichen Muster in die andere Richtung zurücknähen. Bevor ihr den Faden in das dritte Heft führt, müsst ihr den Faden mit dem Fadenanfang, der noch lose aus dem erstem Heft hängt, verknoten (Bild 6). Dadurch sind die zwei ersten Hefte auf beiden Seiten fest miteinander verbunden. Jetzt kann das dritte Heft durchnäht werden. Bevor ihr mit dem vierten Heft beginnt, muss das dritte und zweite Heft mit einem Schlingstich miteinander verbunden werden. So werden nun alle weiteren Hefte miteinander vernäht. Am Schluss muss der Faden noch verknotet werden, damit das Buch nicht wieder aufgeht.

- Bild 5

- Bild 6
Habt ihr alle Hefte in dieser Weise untereinander und mit den Kordeln verbunden. Nehmt ihr den nun zusammenhängenden Buchblock aus der Heftlade und spannt ihn wieder wie in Bild 3 zwischen zwei Dachlattenstücken fest ein. Den Rücken des Buchblocks bestreicht ihr mit reichlich Papierleim und deckt ihn anschließend mit einem Streifen Mullbinde ab. Die Mullbinde sollte an den Seiten etwa 2 cm überstehen. Damit die Mullbinde oben und unten am Buchrücken nicht ausfranst, könnt ihr sie etwas nach innen umschlagen. Es ist wichtig, dass ihr die Mullbinde gut anpresst, damit sie gut mit dem Papierleim getränkt ist. Jetzt muss der Buchblock eine ganze Weile zwischen den Dachlatten gespannt trocknen (mindestens ein paar Stunden). In der Zwischenzeit könnt ihr den Einband herstellen.
Der Einband
Der Einband besteht aus den beiden Buchdeckeln und dem Buchrücken. Die beiden Deckel schneidet ihr aus der Graupappe aus. Ein Buch sieht erst dann richtig wie ein Buch aus, wenn die Buchdeckel etwas über den Buchblock rausstehen. Schneidet Die Buchdeckel also etwas größer aus, jeweils oben und unten je 2-3 mm mehr und in der Breite einmal 2-3 mm mehr (Bild 7). Die beiden Deckel verbindet ihr jetzt so mit einem Streifen Tonpapier, dass sie einen etwa um 5 mm größeren Abstand (da sich sonst das Buch anschließend nicht mehr zuklappen lässt) als die Dicke des Buchblocks haben (Bild 8). Diese dreht ihr jetzt um, so dass das Tonpapier unten liegt und klebt das ganze auf ein Blatt Packpapier (oder Tonpapier – je nach dem wie´s euch gefällt), dass rundum eine Klebekante von 1-2 cm übersteht (Bild 9). Sind die Deckel auf dem Umschlagpapier festgeklebt, schlagt ihr die überstehenden Ränder um die Ränder der Buchdeckel und klebt sie fest. Der Bucheinband ist damit so weit fertig, dass ihr ihn mit dem Buchblock verbinden könnt.

- Bild 7 ; Bild 8
Verbinden des Buchblocks mit dem Einband
Den getrockneten Buchblock befreit ihr nun wieder aus der Einspannung und dröselt die überstehenden Enden der Kordel so weit wie möglich auf, so dass ihr sie flach aufkleben könnt. Den Buchblock stellt ihr wie in Bild 10 zwischen die beiden Buchdeckel und klebt zunächst auf einer Seite die aufgedröselten Kordeln und die überstehende Mullbinde am Buchdeckel fest. Anschließend faltet ihr ein Blatt stärkeres Papier (DIN A3) und klebt es mit der einen Seite auf den Buchdeckel, so dass die Kordeln und die Mullbinde darunter verschwinden. Die andere Seite des Papiers auf keinen Fall flächig mit Leim bestreichen, sondern nur einen ganz schmalen Streifen entlang des Falzes. Jetzt den ersten fertigen Buchdeckel an den Buchblock klappen und das gleiche noch mal auf der anderen Seite wiederholen. Jetzt zeigt sich, ob euer Buchrücken zwischen den beiden Deckeln breit genug ist; wenn das nicht so sein sollte, lässt sich das Buch nicht ganz zuklappen. Uppsala.
Bild 10

- Bild 9

- Bild 10
Euer Buch ist jetzt fertisch!
Wenn es euch noch ein wenig einfarbig und langweilig erscheint, seid ihr auf dem richtigen Weg, euren Ideen sind keine Grenzen gesetzt, macht aus euren Buch eurer ganz persönliches Unikat.
Ihr könnt es bemalen, mit Bildern bekleben, mit Leder oder Stoff einbinden, Collagen, andersfarbige Ecken – es gibt so viele Möglichkeiten, denkt euch was aus!
Viel Spaß beim Schnippeln, Sägen, Nähen, Kleben und natürlich beim Blättern in eurem Buch!

